Welshly Arms rockten die Grelle Forelle


Mit ihrem Super-Hit „Legendary“ haben es die sechs Newcomer aus Cleveland in die Playlists sämtlicher Radiostationen Europas geschafft. Doch die Band setzte damit gerade mal ein erstes Ausrufezeichen, in Zukunft kann man sich noch auf einige Ohrwürmer aus ihrer Feder gefasst machen, wie sie in Wien unter Beweis stellte.

Sam Getz, Welshly Arms, Vienna 2017 © Red Ring ShotsZugegeben, die Grelle Forelle war an jenem Dienstag Abend überraschenderweise nicht bis auf den letzten Platz gefüllt, die Gründe dafür werden sich wohl nie vollständig eruieren lassen. Die Bühne des hippen Clubs am Donaukanal war nicht übermäßig groß, aber toll und stimmungsvoll beleuchtet. Doch sobald die sechs, angeführt von Frontmann Sam Getz, vor das Publikum traten, war alles andere als die Musik nebensächlich. Ab der ersten Sekunde entfaltete die Gruppe ihre gewaltige Energie und ihr überwältigendes Können. Herrlich, was da aus den Verstärkern kam! Schnell war klar, dass „Legendary“ nur die Speerspitze ihres Schaffens ist.

Es gibt Bands, die klingen live schlechter als auf ihren Studioaufnahmen, es gibt Künstler, die sowohl auf der Bühne als auch im Studio die gleiche Performance und Qualität abliefern können und es gibt Ausnahmeerscheinungen wie etwa eben Welshly Arms, die einen Auftritt vor ihren Fans zum musikalischen Spektakel werden lassen können. Tonträger können gar nicht das Potenzial besitzen, um die Kraft und Vielfältigkeit ihrer Show einzufangen.

Schlagzeuger Mikey Gould bearbeitete seine Drums mit hingebungsvoller Gewalt, ohne sich auch nur einen einzigen Fehler zu leisten. Bassist Jimmy Jon Bryant, Welshly Arms, Vienna 2017 © Red Ring ShotsWeaver überzeugte vollkommen mit ruhiger Dominanz, trug die Songs auf seinem Takt und erinnerte stark an den Bassisten einer legendären Grunge-Band. Brett Lindemann, der Keyboarder, dürfte ein musikalisches Multitalent sein. Wären er feinfühlig sein Instrument spielte, steuerte er durchgehend auch die Effekte bei. Ein echter Tüftler im Hintergrund des Geschehens, wenn man so will. Das Background-Duo, Bri Bryant, Welshly Arms, Vienna 2017 © Red Ring Shotsbestehend aus dem Ehepaar Bri und Jon Bryant, sind derart stimmgewaltig, dass sie dem Frontsänger um wenig nachstehen. Zusätzlich dazu agieren sie auch perfekt mit dem Publikum und verleihen Songs wie „Legendary“ ihren typischen Gospel-Touch. Sam Getz, zuständig für den Hauptgesang und die Gitarrentöne, ist das, was man sich unter einem echten Frontmann vorstellt. Unfassbar charismatisch, gesegnet mit einer einzigartigen Stimme und absolut perfekt an der Gitarre. Er reißt das Publikum mit seinem Auftreten sofort in seinen Bann und lässt Minuten wie Sekunden vergehen. Alles in Allem ergeben die sechs Mitglieder eine Kombination, wie man sie in der Musikwelt wohl erst selten gesehen hat. Sie verarbeiten Einflüsse aus praktisch allen Genres, vom Punk-Rock über die 60´s, vom Blues bis zum Gospel, alles ist dabei. Jedes Mitglied verkörpert seine Musikrichtung absolut authentisch.

Welshly Arms ist eine aufstrebende Band die schon viel erreicht hat, aber noch viel mehr erreichen wird. Ihr Repertoire wirkt ob ihres Talents unerschöpflich. Daher wird es auch bestimmt nicht ihr letztes Konzert in Österreich gewesen sein. Vermutlich werden die Bühnen aber größer sein, wenn sie wiederkommen.

BAND-WEBSITE: www.welshlyarms.com

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