SPIELBERG MUSIKFESTIVAL 2016


Die enorme Wandlungsfähigkeit der hauseigenen Rennstrecke in Spielberg stellte Red Bull mit dem zum Spielberg Musikfestival gehörenden Open Air am Ring eindrucksvoll unter Beweis.

 

Da wo sonst die großen Motorhomes der Rennställe parken, das Parc Fermé aufgebaut ist oder die Boxen der Teams untergebracht sind, wurden kulinarische Köstlichkeiten ausgegeben, Streichelzoos platziert und eine wirklich beeindruckende Bühne errichtet. Es wurden offensichtlich keine Kosten und Mühen gescheut, um aus dem Rennsportparadies einen Hotspot der Volksmusik zu machen. Das Programm war wie auch sonst bei den Motorsportveranstaltungen abwechslungsreich und gut durchdacht. Egal ob jung oder alt, für jede Generation war etwas dabei.

Nach den Workshops, den Einzelkonzerten der ersten beiden Tage an den diversen Spielorten des Festivals und dem beliebten Ring Radl’n standen für den Samstag die echten Highlights am Programm. Der beinahe schon legendäre Alpenrocker Hubert von Goisern hatte sein Kommen zugesagt. Doch bevor der Herr aus Goisern begeistern durfte, war die Bühne frei für die Ausnahmemusiker von folkshilfe, Herbert Pixner Projekt sowie die Sieger des MyStage-Contests Donnerbalkan.

Letztgenannte hatten sich in den Wochen vor dem Festival bei einem Online-Voting dafür qualifiziert, das Open Air zu eröffnen und taten das auch in eindrucksvoller Manier. Die zehnköpfige Band aus München überzeugte mit facettenreichen Tönen und abwechslungsreichem Gesang ganz nach dem Titel ihres 2013 erschienen Albums „Reime, Beats und Bläser“. Das zahlreich erschienene Publikum nahm die interessante Mischung sämtlicher Musikstile dieses Planeten sehr wohlwollend auf, eine sehr gelungene Eröffnung für so einen sonnigen Konzertabend.

Im Anschluss daran legte der Festival-Chef, also Intendant Herbert Pixner selbst Hand beziehungsweise Stimme an. Mit dem von ihm gegründeten und nach ihm benannten Quartett „Herbert Pixner Projekt“ zeigte er auch dank dem Südtiroler Gitarristen Manuel Randi, dem Akustik-Bassisten Werner Unterlechner sowie der an der Harfe agierenden Heidi Pixner, wie gut man Volksmusikstile verschiedener Länder kombinieren kann und wie herrlich ein ungewöhnliches Intrumenten-Lineup klingt. Die Gruppe strahlte ein starke Begeisterung aus, spielte freudig und flott, genauso wie es sich die Besucher offensichtlich gewünscht hatten. Sie dankten es mit langem Beifall.

Das nächste Ausrufezeichen des Abends setzte das Trio folkshilfe rund um Florian Ritt. Die Oberösterreicher legten einen überwältigend impulsiven und genreunabhängigen Auftritt hin. Es wurde rockige Volksmusik vom Feinsten serviert, großartig mit dem Publikum interagiert und es wurden Hits wie „Seid a poa Tog“, „Karl und Resi“ oder „Servus griass di“ gespielt, alles in allem ein toller Auftritt und eine weitere Bereicherung für das Festival.

Pünktlich zur Prime-Time betrat dann der Alpenrocker der Nation Hubert von Goisern die Bühne. Kein Zufall, denn schließlich übertrug Österreichs vermutlich letzter Qualitätssender Servus-TV das gesamte Goisern-Konzert live im Hauptabendprogramm. Ein Gewinn für alle Fans vor den Bildschirmen, ein noch größerer Gewinn für all diejenigen, die live dabei waren. Der charismatische Mann aus Goisern sang, jodelte und spielte Ziehharmonika, was das Zeug hielt. Seine Begleitband tat Selbiges, und so wurde im Zuschauerraum getanzt, gejubelt und geklatscht, dass es eine Freude war. Ob durch realtiv klassiche Volksmusik oder mittels Alpen-Blues, Hubert von Goisern wusste zu begeistern. Seine Texte, selbstkritisch und weltkritisch, seine Musik irgendwo zwischen Melancholie und Jubelhymne, eine Mischung, die so wohl nur er beherrscht. Seinen bis dato wohl größten und populärsten Hit sparte sich der Altmeister selbstverständlich bis zum Schluss, als letzte Grußbotschaft für die Fans auf. „Brenna tuats guat“ brachte die Masse vor der Stage noch ein letztes Mal zum Beben, bevor der Oberösterreicher mit tosendem Applaus bedacht und Richtung Bühnenabgang verabschiedet wurde.

LaBrassBanda folgten, und auch die Blasmusik-Künstler aus Bayern wussten, wie man einer Festivalgemeinde einheizen kann. Die neun Mann starke Truppe der neuen Volksmusik versorgte das tanzwütige Publikum noch bis spät in die Nacht mit flotten Blechblastönen, noch flotterem Sprechgesang und klangvollen Reggae-Beats. Der perfekte Abschluss für das Open Air vom Spielberg Musikfestival 2016.

Abschließend kann man sagen, dass Volksmusik nicht immer gleich Volksmusik ist und die Verjüngungskur der letzten Jahre oder Jahrzehnte merklich fruchtet. Das Spielberg Musikfestival bot einen willkommenen Einblick in diesen Kosmos der Klänge und punktete neben dem Spektakel auf der Bühne mit breitem Rahmenprogramm und abwechslungsreicher Kulinarik. Jeder, der dieses Jahr nicht dabei sein konnte, sollte sich wohl im Jahr 2017 die Chance nicht entgehen lassen.

EVENT-WEBSITE: www.projekt-spielberg.com

 

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Fotographer: Daniel Widner