ERSTE BANK OPEN ATP WORLD TOUR 500


Nachdem das Turnier in der Wiener Stadthalle seit 2015 wieder zur ATP World Tour 500 gehört, geht es steil bergauf. So und nicht anders muss das Resumee nach der Woche vom 22. – 30. Oktober 2016 ausfallen. Zwar konnte die scheinbar magische Marke von 60.000 Zusehern knapp noch nicht geknackt werden, der hervorragenden Stimmung und dem Glanz der Veranstaltung konnte dieser Umstand aber nichts anhaben.

Stöbert man ein wenig in der Geschichte von Österreichs wichtigstem Tennisturnier, so findet man so ziemlich jeden wichtigen Namen der Tennishistorie auf der Siegerliste. Roger Federer, Novak Djokovic, Boris Becker, Pete Sampras oder Andre Agassi, um nur ein paar davon zu nennen. Junge Talente, die später zu absoluten Weltklassespielern wurden, aber auch bereits etablierte Stars konnten Jahr für Jahr in die Bundeshauptstadt gelockt werden. Doch von 2009-2014 wirkte es ein wenig so als würde die ATP dem Ganzen etwas Wind aus den Segeln nehmen und degradierte Wien zu einem ATP-250-Turnier. Was folgte, war relativ ernüchternd. Zwar konnte der Lokalmatador Jürgen Melzer die heimischen Fans mit seinen zwei aufeinander folgenden Siegen in den Jahren 2009 und 2010 begeistern, doch die Zeiten der großen Namen schienen vorerst beendet. Mit dem Sieg von Jo-Wilfried Tsonga im Jahr 2011 ging es allerdings langsam aufwärts, ihm folgten Tommy Haas und Andy Murray (2014, gegen David Ferrer). Schon damals gewann das Turnier offensichtlich wieder an Bedeutung. Immerhin waren Murray und Ferrer zur Zeit ihres Finaleinzugs in Wien bereits in den Top 5 der ATP-Rangliste. 2015 folgte dann die Erlösung oder eben der erneute Ritterschlag.

Nach dem Ende der Valencia Open konnte Turnierdirektor Herwig Straka die richtigen Hebel in Bewegung setzen und sicherte den Vienna Open die Kategorie ATP World Tour 500. Die Erste Bank, seit 2011 Partner der Veranstaltung spielte mit, das Preisgeld wurde fleißig angehoben und Wien war wieder im Fokus der Tenniswelt. Alles richtig gemacht bis dahin. Noch richtiger war es dann, Österreichs einzige Nummer eins der Geschichte, Thomas Muster zum Turnierbotschafter zu ernennen und mit vereinten Kräften zahlreiche Stars für das Jahr 2015 einzuladen. Die Rechnung ging auf, die Stadthalle erlebte einen Aufschwung, der auch 2016 nicht enden sollte.

Denn schon ab dem ersten Tag war das Turnier heuer hervorragend besucht. Das Tie-Break-Tens sorgte noch vor der eigentlichen Veranstaltung für großen Andrang, dass ausgerechnet mit Dominic Thiem ein Österreicher gewann, trug das seinige dazu bei.

Für richtige Begeisterung in der beinahe ausverkauften Halle sorgte Jürgen Melzer in seinem Match gegen den als Nummer vier gesetzten Spanier Roberto Bautista Agut am zweiten Tag des Hauptbewerbs. Melzer zeigte sich enorm spielfreudig und stark, nach zwei Sätzen war Agut besiegt und Österreichs Altstar eine Runde weiter. Dominic Thiem gewann erwartungsgemäß glatt gegen Gerald Melzer, den jüngeren Bruder von Jürgen.

Ernüchterung aus Sicht der Österreicher folgte am 27. Oktober. Sowohl Melzer (gegen Ramos-Vinolas) als auch, etwas überraschend, Dominic Thiem (gegen Viktor Troicki) schieden aus dem Bewerb aus. Eine bittere Niederlage für Thiem, war er doch als Mitfavorit in das Turnier gestartet.

Der befürchtete Publikumsschwund blieb aus, denn es waren große Kaliber wie Jo-Wilfried Tsonga, David Ferrer und Andy Murray eine Runde weiter. Besonders Murray musste hart gegen Gilles Simon um das Weiterkommen kämpfen. Im Semifinale musste Ferrer die Partie kampflos und verletzungsbedingt an den Schotten abtreten. Jo-Wilfried Tsonga erkämpfte sich seinen Finaleinzug im wohl spannendsten Match des Bewerbs gegen Ivo Karlovic. Der Kroate war dem Sieg näher, als der Franzose nach einem abgewehrten Matchball die Partie noch sensationell drehte.

Im Finale standen sich mit Tsonga und Murray also zwei Spieler gegenüber, die schon einmal in Wien triumphiert hatten. Der Andrang an den Ticketschaltern war daher wie in den Tagen zuvor denkbar hoch, die Stadthalle somit quasi ausverkauft. Im Spiel selbst ließ die aktuelle Nummer zwei der Welt dem derzeit Zwölften der Welt kaum eine Chance. Murray zeigte sich deutlich sicherer, kontrollierte ab dem ersten Game das Finale.

Am Ende war es auch der Wimbledon-Sieger von 2013, der sich zum zweifachen Sieger der Erste Bank Open kürte. Der Siegerscheck über 428.800 Euro versüßte den Triumph wohl noch zusätzlich. Im Doppel-Finale musste sich der Steirer Oliver Marach mit seinem französischen Partner Fabrice Martin dem polnisch-brasilianischen Duo Lukasz Kubot und Marcelo Melo knapp geschlagen geben. Trotzdem ein toller Erfolg für Österreichs Doppel-Spezialisten Oliver Marach.

Die eigentlichen Sieger waren aber die Besucher des Turniers und das Team rund um den Direktor Herwig Straka. Die Erste Bank Open sind ein Publikumsmagnet und haben Klasse, diese Tatsachen konnten wie schon im Vorjahr eindrucksvoll bewiesen werden. Unter diesen Bedingungen bleibt es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Tennisgott Novak Djokovic nach 1150 Wien lotsen lässt. Eventuell ist es ja 2017 schon so weit …

EVENT-WEBSITE: www.erstebank-open.com

FREE4ALL:

4SALE:

 

Please note: The image resolution is intentionally reduced in preview mode for copyright reasons. Orders of course are delivered in highest available resolution.
All photos are available for sale!
Fotographer: Daniel Widner, Philipp Hacker