E-Mobility Play Days 2017

Bild zeigt: Stunt, KTM, Motorrad, E-Bike, E-Mobility Play Days, 2017, Red Bull Ring, Spielberg, Austria © Red Ring Shots

Am 29. und 30. September drehte sich bei freiem Eintritt am Red Bull Ring in Spielberg alles um das Thema Elektro-Mobilität. Zahllose Hersteller von E-Autos, E-Bikes und anderen Fortbewegungsmitteln nutzten die bestens organisierte Veranstaltung um ihre Produkte zu präsentieren.

 

E-Mobility Play Days 2017 © Red Ring ShotsBesuchte man um die Jahrtausendwende eine Messe oder Ausstellung über strombetriebene Fahrzeuge, so fühlte man sich immer ein wenig wie auf einer Bastlermesse. Die Anzahl der de facto Prototypen war überschaubar, aus jedem Gefährt hing eine Unzahl an bunten Kabeln und anstatt von hübschen sowie freundlichen Verkaufsdamen, wurde man von pickeligen HTL-Vorzugsschülern über die noch nicht ganz offensichtlichen Vorzüge der E-Mobility aufgeklärt. Für Technik-Freaks hatte das durchaus Charme, doch für den Alltag war das alles noch so tauglich wie ein Sattelschlepper auf Parkplatzsuche in der Wiener Innenstadt. Abgesehen von den damals enormen Preisen, haute es den Normalbürger wegen kaum etwas aus den Schuhen.E-Mobility Play Days 2017 © Red Ring Shots

Doch gut 15 Jahre später, sieht die E-Welt schon deutlich besser aus. Das Thema E-Mobility ist in allen Medien. Und auch wenn man sich bewusst ist, dass vieles von dem anhaltenden Hype um das elektrische Fahren durch gezielte Kampagnen der Hersteller propagiert wird und selbst die Energie für diese Art der Fortbewegung erst mal sauber erzeugt werden muss, so war es dennoch ein lohnenswerter Blick in die Zukunft, den man am Red Bull Ring wagen konnte. Statt in einer überheizten Halle mit überbeleuchteter Atmosphäre, konnte man in Spielberg die Fahrzeuge selbst testen, auf der Straße beobachten und sich in zwangloser Umgebung auf das Thema einlassen.

E-Mobility Play Days 2017 © Red Ring ShotsAlle Hersteller, die in der Branche Rang und Namen haben, ließen es sich nicht nehmen, ihre neusten Entwicklungen zu präsentieren. Nach einer kurzen Registrierung und Überprüfung des Führerscheins, konnte man sich selbst hinters Steuer setzen und den Red Bull Ring mit einem E-Auto befahren. Red Ring Shots testete etwa den Volkswagen e-Golf und den BMW i3. Beide Autos leisten über 130PS und zeigen eindrucksvoll, wie weit der Fortschritt ist. Anstecken, fahren und wieder anstecken, so einfach ist die Handhabung. Auf Luxus muss man bei keinem der Fahrzeuge verzichten. Das einzige was fehlt, sind die gewohnten Motorgeräusche, worauf man aber aufgrund des kräftigen Vortriebs schnell verzichten kann.

E-Mobility Play Days 2017 © Red Ring ShotsAuch Motorräder ohne Verbrennungsmotor gab es zu sehen. KTM zeigte mehrere Stuntshows mit dem abgasfreien „Gatschhupfer“ aus Mattighofen, „Freeride E“ genannt. Optisch zwar kaum von den klassischen Fun-Geräten dieser Art zu unterscheiden, jedoch am Klang merkte man das Elektrische sofort. Statt Zweitakt-Knattern gab es Mixergeräusche zu hören. Doch dieses leichte Manko war schnell vergessen, sobald Erzberg-Veteran Dieter Rudolf am „Gas“ lupfte. Kaum zu messen die Zeit, bis das Vorderrad in der Luft und die KTM in Galeriestellung war. Volle Kraft ab der ersten Umdrehung, einspurig wie auch zweispurig sehr beeindruckend.

Wem das noch nicht genug Power war, dem dürfte spätestens bei den Showruns von Daniel Abt in seinem Formel-E-Boliden das Lachen vergangen sein. Auch hier war bis auf ein lautes Surren und das Rollen der Reifen über den Curbs wenig zu hören, die Beschleunigung aus der ersten Kurve der Stier-Strecke war aber gewaltig. Zwar bescheinigte Abt den Audi-Rennfahrzeugen noch keine Tauglichkeit für herkömmliche Rennstrecken, doch die Zukunft der F1 wird sich in den nächsten Jahrzehnten wohl Thomas Morgenstern, Red Bull, E-Mobility Play Days 2017 © Red Ring Shotsstark an der Formel-E orientieren, ob man will oder nicht.

Abgerundet wurden die E-Mobility Play Days durch zahlreiche Wettkämpfe mit Drohnen, vielen Experten-Talks und natürlich auch durch die Anwesenheit hochkarätiger Prominenz aus Sport und Politik. Autogrammstunden mit Formel-E-Weltmeister und Ex-F1-Star Sébastien Buemi, Renate Götschl und Thomas Morgenstern versüßte den Interessierten den Besuch zusätzlich. So konnte eine ideale Mischung aus einem umfangreichen Branchen-Treffen und einem spannenden Info-Tag für Normalverbraucher hergestellt werden. Ein wirklich facettenreiches und äußerst durchdachtes Event, das hoffentlich auch in Zukunft über den Fortschritt der E-Mobility informieren wird.