ADAC GT Masters 2017


Lamborghini, Porsche, Corvette, Audi, Maserati, McLaren, KTM und viele andere Edelmarken der Motorsportwelt versammelten sich vom 9. – 11. Juni 2017 zum ADAC GT Masters am Red Bull Ring im Herzen der Steiermark. Insgesamt 13 Rennen, große Namen im Fahrerlager und Kaiserwetter machten das Spektakel perfekt.

Sechs internationale Rennserien waren an diesem Rennwochende am Start, daher benötigte es besonders im offenen Fahrerlager eine logistische Meisterleistung. Aber natürlich konnten alle Teams am Donnerstag pünktlich ihre Boxen beziehen, Motorhomes aufbauen und die teaminternen Abläufe ins Rollen bringen.

Freitag

Lucas Auer beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring ShotsAm Freitag war es dann so weit. Nachdem sich bereits die ersten Fans auf den Tribünen des Red Bull Rings eingefunden hatten, legten auch die PS-Monster auf der Strecke richtig los. Lucas Auer, im Hauptberuf äußerst erfolgreicher DTM-Pilot, heizte als Gaststarter vom Beginn an der Konkurrenz ein. Platz zwei im ersten freien Trainig, als Debütant in der „Liga der Supersportwagen“, eine echte Sensation. Wie immer gab sich der junge Tiroler ehrlich bescheiden und verwies auf die günstigen Umstände, wohl aber mit dem Gewissen, auch in einem Mercedes-AMG GT3 schnell fahren zu können. Im zweiten Training belegte die Fahrerpaarung Sebastian Asch/Lucas Auer ebenfalls den ersten Platz nach der schnellsten Paarung, Gounon/Keilwitz. Auers ehemaliger DTM-Teamkolege Maxi Götz, mittlerweile Stammfahrer bei HTP Motorsport, ebenfalls auf Mercedes, belegte im ersten Training noch P1, musste sich aber im zweiten Probelauf mit der siebten Position zufrieden geben.

Abseits der Strecke war bereits am Freitag ein buntes Treiben zu beobachten. Nicht wenige Fans kamen, um sich bei herrlichem Sonnenschein an den schönen Autos und deren gewaltiger Soundkulisse zu erfreuen. Feiner Motorsport zu äußerst günstigen Eintrittspreisen (20 Euro für einen Renntag / 30 Euro für das gesamte Wochenende), ein Erlebnis für die ganze Familie.

Samstag

Callaway Competition Corvette C7 GT3 am Weg zum Sieg beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring ShotsDer Samstag begann mit leichtem Regen am Morgen. Zu den Qualifyings war der Himmel jedoch schon wieder wolkenlos und der Asphalt trocken, die Gaspedale konnten also hart betätigt werden. Am besten taten das Daniel Kreilwitz und Jules Gounon vom Team Callaway Competition. Gounon jagte die Corvette C7 GT3 um exakt zwei Zehntel schneller um den Kurs als Luggi Auer seinen AMG GT3. Die Corvette-Piloten bestätigten damit ihre starken Leistungen der Trainings und galten daher als große Favoriten für das erste Rennen. Auer setzte wie schon am Tag davor ein Ausrufezeichen und verblüffte die Konkurenz mit P2. Der Salzburger Philipp Eng und sein Cockpit-Partner Ricky Collard setzten den Schnitzer BMW M6 auf den guten fünften Startplatz. Das erfolgsverwöhnte Team von Gottfried Grasser musste einen Rückschlag erleben. Die beiden Einsatzautos vom Typ Lamborghini Huracan GT3 arbeiteten nicht so, wie sie sollten, P13 und P29 in der Startaufstellung ließen für den Wertungslauf wenig Hoffnung zu.

Race 1

Mercedes-AMG GT3 beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring ShotsVom Start weg behielt die leistungsstarke Corvette den Spitzenplatz im ersten Rennen des ADAC GT Masters. Dicht dahinter der hungrige Lucas Auer, ihm wiederum eine Corvette (Barth/Hackländer) auf den Fersen. Die drei Podiumsaspiranten fuhren nahezu idente Rundenzeiten. Auch nach der ersten Safety-Car-Phase behielt das Führungs-Trio die Oberhand. Erst der Fahrerwechsel etwa zur Hälfte der Renndauer brachte richtig Bewegung in den Positionenkampf. Das österreichisch-deutsche Duo verlor einen Platz und kam auf Platz drei aus der Box. Etwa zehn Minuten vor Schluß kam es dann erneut zu einer Entschleunigung durch die Race Control. Alex MacDowall (Teamkollege von Le Mans Starter Klaus Bachler) zerlegte schuldlos nach einer Kollision seinen Porsche GT3 in der Boxenmauer, ein Totalschaden. Mehrere Runden hinter dem Safety-Car waren die Folge. Die Grünphase danach wusste der Österreicher Philipp Eng für sich zu nutzen. Er zog an Asch vorbei und schnappte sich den letzten Platz auf dem Podium. Ein toller und gerne gesehener Erfolg für das BMW Team Schnitzer.GRT Grasser Racing Team Lamborghini Huracán GT3 beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring Shots

Die großen Sieger hießen aber Jules Gounon und Daniel Keilwitz mit ihrer Callaway Competition Corvette C7 GT3. Sie hielten die beiden anderen Corvette-Piloten Sven Barth und Maximilian Hackländer von RWT Racing geschickt auf knapper Distanz und feierten ihren Sieg mit viel Champagner.

Das Grasser Racing Team erlebte den erwarteten schwarzen Tag, Engelhart/Ineichen kamen über P18 nicht hinaus, der Wagen von Bortolotti/Companc kam nach einer Kollision sechs Runden vor Schluß mit dem Abschleppwagen retour. Mit zerstörter Aufhängung und ausgerissener Antriebswelle, viel Arbeit für die Mechaniker in der Nacht zum Sonntag.

Sonntag

Eine Arbeit, die sich lohnte. Denn die grünen Mambas schlugen zurück, und wie. Christian Engelhart knallte gleich zu Beginn die schnellste Zeit auf den Asphalt. Pole Position, gut zwei Zehntel schneller als Ex-DTM-Pilot Maximlian Götz auf P2, das Grasser Racing Team war wieder da! Sebastian Asch setzte den Mercedes AMG GT3 von Mücke auf den sechsten Platz, hinter den Schnitzer BMW von Collard und Eng. Ein wenig enttäuschend lief es für Gounon/Keilwitz in der Corvette von Callaway Competition. Die vierte Startreihe machte wenig Hoffnung auf eine Wiederholung des Sieges vom Vortag.

Race 2

Rolf Ineichen im GRT Grasser Racing Team Lamborghini Huracán GT3 am Weg zum Sieg beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring ShotsAuch im Rennen waren die giftgrünen Raketen von GRT eine Macht. Engelhart zog sofort davon und konnte das Rennen an der Spitze wirklich kontrollieren. Er gab das Tempo schon beinahe vor und übergab das Cockpit bei Halbzeit an seinen Kollegen Ralf Ineichen. Dieser setzte die phantastische Arbeit fort und behauptete sich bis zur Zieleinfahrt knapp an der Spitze. Sieg für das Grasser Racing Team! Was für ein Comeback nach dem desatrösen Auftreten am Samstag. Doch Gottfried Grasser musste bis zum Schluß zittern und hoffen, wie er Red Ring Shots anschließend im Interview bestätigte: „Es war wirklich eine Zitterpartie, wir hatten schon die ganze Zeit Aussetzer, also Leistungsverluste gehabt. Ich hab mir echt ernste Sorgen gemacht, ob sich das bis ins Ziel ausgeht. Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich. Die Jungs haben großartig gearbeitet, ein Heimsieg im Sonntagsrennen, das macht mich stolz! Der Sieg gehört dem ganzen Team!“.Sebastian Asch und Lucas Auer beim Fahrerwechsel beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring Shots

Die zweite Sensation des Tages war der Sprint von Lucas Auer. Der Tiroler übernahm das Cockpit als Sechster und schnappte sich einen Mitstreiter nach dem anderen. Am Ende wurde er als Zweiter abgewunken, da hatte er aber den Lamborghini von Grasser in Schlagdistanz. Unglaublich, was der erst 22-jährige DTM-Star zeigte, waren doch einige im Vorfeld etwas verwundert über seinen Start beim ADAC GT Masters. Am Ende blieb statt Verwunderung nur noch Bewunderung und ein überglückliches Team Mücke Motorsport. Der Tag war ein wirklich großer Erfolg aus österreichischer Sicht. Auch für Jules Gounon und Daniel Keilwitz gab es noch ein Happy End. Die beiden arbeiteten sich konsequent nach vorne und fuhren vor Assenheimer/Götz noch auf das Siegespodest.

Resümee

Sophia Flörsch in ihrem Mücke Formel beim ADAC GT Masters 2017 © Red Ring Shots | Daniel WidnerDas ADAC GT Masters präsentierte sich noch stärker und noch größer als im Vorjahr. Die Rennserie ist merklich gewachsen und dank der hochkarätigen Gastserien wie etwa dem Porsche Carrera Cup, der Formel 4 oder der GT4 Europmeisterschaft wirklich gut aufgestellt. Den insgesamt 10.000 PS-Fans wurde am Red Bull Ring durchgehend Aktion sowie ein volles Rahmenprogramm geboten. Durch das offene Fahrerlager konnten die Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen des professionellen Motorsports werfen. Außerdem gab es um nur 20 Euro zusätzlich zum Eintrittspreis die Möglichkeit, sich sein Ticket „vergolden“ zu lassen und so, unmittelbar vor dem Rennen, Zugang zur Startaufstellung zu bekommen. Für Autogrammjäger und Hobbyfotografen ein echtes Paradies. Ein weiterer Pluspunkt des ADAC GT Masters sind die Fahrzeuge und deren Piloten. Klingende Namen wie Markus Winkelhock (F1 und DTM) , Maximilian Götz (DTM), Mirko Bortolotti oder eben, als Gastfahrer, Lucas Auer pilotieren das Edelste der Edelschmieden. Wo sonst sieht und hört man Geschosse wie den Lamborghini Huracán, den Porsche GT3 oder den Mercedes-AMG GT3 am Limit? Diese Rennserie ist ein echter Gewinn und wird uns hoffentlich noch viele Jahre in Österreich und am Red Bull Ring erhalten bleiben.

Wir sehen uns 2018!

EVENT-WEBSITE: www.projekt-spielberg.com
ERGEBNIS-WEBSITE: www.adac-gt-masters.de

 

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